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Navigation · 2 MIN

Teamrollen im Adventure Racing

Navigation, Tempo, Material und Kommunikation: So verteilt ihr Verantwortung, ohne ein starres Teamgefüge zu bauen.

Geeignet für
Teams vor dem ersten Multisport-Race
Vorbereitung
Rollen bei Trainings testen

Ein Adventure-Racing-Team bewegt sich über viele Stunden, wechselt mehrfach die Disziplin und trifft dabei ständig Entscheidungen. Ohne verteilte Rollen diskutiert es an jeder Kreuzung — und Diskussionen sind bei diesem Format die teuerste Form des Zeitverlusts.

Die vier Rollen

Navigation. Eine Person führt die Karte, behält den Standort und entscheidet über den Weg. Nicht zwei. Zwei Leute mit halber Aufmerksamkeit navigieren schlechter als eine mit ganzer (Karte und Kompass für Adventure Racing).

Tempo. Eine Person achtet darauf, dass das Team zusammenbleibt und im tragfähigen Bereich läuft. Sie geht in der Regel vorn — und zwar die, der es gerade am schlechtesten geht, damit das Tempo stimmt.

Material und Zeit. Eine Person kennt die Cut-offs, weiß, was im nächsten Transitbeutel liegt, und erinnert ans Essen. Das klingt nach der langweiligsten Rolle und rettet die meisten Rennen.

Stimmung. Keine offizielle Rolle, aber jemand macht sie ohnehin. Wer merkt, dass jemand still wird, fragt nach.

Warum die Rollen nicht starr sein dürfen

Eine feste Zuordnung über zwanzig Stunden funktioniert nicht. Wer navigiert, verbraucht mentale Energie schneller als alle anderen — nach acht Stunden macht dieselbe Person Fehler, die sie am Morgen nicht gemacht hätte.

Deshalb: Rollen sind zugewiesen, aber wechselbar. Legt vorher fest, wann gewechselt wird — etwa bei jedem Disziplinwechsel oder alle sechs Stunden.

Die Regel gegen Fehlentscheidungen

Bei jeder Richtungsentscheidung sagt die navigierende Person laut, was sie vorhat, in einem Satz: „Bis zur Kreuzung, dann rechts am Bach entlang.”

Die gegenprüfende Person antwortet mit „ja” oder mit einer Frage. Das kostet zehn Sekunden und verhindert die Fehler, die zwanzig Minuten kosten.

Wichtig ist die Form: Die Gegenprüfung fragt, sie navigiert nicht parallel. „Bist du sicher, dass das der Bach auf der Karte ist?” ist hilfreich. Eine zweite Meinung über die gesamte Route ist es nicht.

Wenn jemand einbricht

Das ist der Normalfall, nicht der Ausnahmefall — bei einem langen Rennen bricht irgendwann jeder einmal ein.

Was hilft: Last umverteilen (der schwerste Rucksack wandert), Tempo senken, etwas Essbares geben, die navigierende Rolle abnehmen. Was nicht hilft: Ermutigung ohne Maßnahme.

Ein Team, das das einmal geübt hat, verliert eine Stunde. Ein Team, das es zum ersten Mal erlebt, verliert das Rennen.

Was vor dem Start geklärt wird

  • Wer navigiert zuerst, wer prüft gegen, wann wird gewechselt?
  • Nach welcher Regel wird gegessen und getrunken — Zeit oder Gefühl?
  • Wer entscheidet bei Uneinigkeit? Es braucht eine Person, deren Wort gilt.
  • Was passiert, wenn jemand aussteigen muss?

Diese vier Fragen dauern zehn Minuten und sind die Vorbereitung, die den größten Unterschied macht (Den Teamstart vorher absprechen).

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