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Pacing · 2 MIN

Zielzeit ohne Druck einordnen

Wie du eine Zielzeit als Orientierung nutzt, ohne das erste Gelände-Event in eine Rechnung zu verwandeln, die dem Kurs nicht standhält.

Geeignet für
Erstes oder zweites Event

Eine Zielzeit ist im Gelände eine schwierige Größe. Sie hilft beim Planen und schadet beim Laufen, und die meisten merken den Unterschied erst, wenn sie schon zu schnell unterwegs sind.

Warum Zeiten hier schlecht vergleichbar sind

Auf der Straße ist ein Halbmarathon ein Halbmarathon. Im Gelände sind zwei Trail-Challenges über dieselbe Distanz zwei verschiedene Veranstaltungen — Höhenmeter, Untergrund, Wetter und bei Hindernisläufen der Stau an den Hindernissen verschieben das Ergebnis um Stunden.

Deshalb sagt die Zeit eines anderen über deinen Tag fast nichts. Und deine eigene Zeit vom letzten Jahr sagt nur dann etwas, wenn es dieselbe Strecke bei ähnlichem Wetter war.

Ein Zeitfenster statt einer Zahl

Rechne nicht mit einer Zielzeit, sondern mit einer Spanne — etwa „zwischen sieben und neun Stunden”. Das ist kein Herunterspielen, sondern die ehrlichere Angabe.

So kommst du zu ihr:

  1. Nimm deine ruhige Geschwindigkeit aus dem Training.
  2. Addiere zehn Minuten je hundert Höhenmeter.
  3. Rechne Pausen dazu — bei langen Distanzen realistisch eine Stunde Standzeit insgesamt.
  4. Zieh für die zweite Hälfte zehn bis zwanzig Prozent Tempo ab.

Das Ergebnis ist das obere Ende. Das untere ist dieselbe Rechnung ohne den letzten Schritt.

Wofür die Zahl gut ist — und wofür nicht

Gut: um Cut-offs zu prüfen, Verpflegung zu planen, Angehörige zu informieren und zu entscheiden, ob eine Stirnlampe nötig wird.

Nicht gut: als Vorgabe auf der Strecke. Wer gegen eine Uhrzeit läuft, geht am Anfang zu schnell und trifft im letzten Drittel Entscheidungen gegen den eigenen Körper.

Beim ersten Mal keine Zielzeit

Für ein erstes Event einer Art gibt es keine sinnvolle Zielzeit, weil die Vergleichsgröße fehlt. Das Ziel heißt ankommen — und zwar so, dass du hinterher sagen kannst, wie es war.

Das ist kein bescheidenes Ziel. Es ist das einzige, das beim ersten Mal überhaupt überprüfbar ist.

Wenn du doch eine brauchst

Manche brauchen eine Zahl, um sich zu strukturieren. Dann nimm sie als Obergrenze, nicht als Untergrenze: „höchstens neun Stunden” führt zu anderen Entscheidungen als „unter acht Stunden”.

Und lass sie los, sobald der Tag anders läuft als geplant. Ein Wetterumschwung, ein Stau am Hindernis, eine Blase — dann gilt die Zahl nicht mehr, und daran festzuhalten ist der Punkt, an dem aus einem Event eine schlechte Erinnerung wird.

Was du stattdessen messen kannst

Nach dem Ziel sind drei Fragen aussagekräftiger als jede Zeit: Wie ging es dir im letzten Drittel? Wie viele Pausen hast du gebraucht? Wie war der Folgetag?

Diese drei sagen etwas über deine Vorbereitung. Die Zeit sagt vor allem etwas über die Strecke (Saison auswerten, nächstes Ziel wählen).

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