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Renntag · 2 MIN

Warm-up im kalten Gelände

Ein kurzes, wetterfestes Warm-up für kalte Startbereiche – ohne vor der ersten Welle Energie zu verlieren.

Geeignet für
Kalte oder nasse Starts

Ein Warm-up vor einem Gelände-Event hat zwei Gegner: die Kälte im Startbereich und die Wartezeit davor. Beide machen aus einer guten Vorbereitung eine, die Energie kostet, statt welche zu sparen.

Wofür es da ist

Nicht für die Leistung im klassischen Sinn — bei einem Marsch oder einer langen Trail-Challenge wärmst du dich in der ersten halben Stunde ohnehin auf. Das Warm-up ist für die ersten Minuten da, und die entscheiden im Gelände mehr, als sie sollten.

Bei Hindernisläufen kommt ein zweiter Grund dazu: Das erste Hindernis kommt oft früh, und kalte Schultern an einer Wand sind eine Verletzungsquelle.

Die Regel: spät und kurz

Der häufigste Fehler ist, vierzig Minuten vor dem Start aufzuwärmen und dann im Startblock zu frieren. Was du dir erarbeitet hast, ist nach zehn Minuten Stehen wieder weg — und die Kleidung ist inzwischen feucht.

Besser: zehn bis zwölf Minuten, die spätestens fünf Minuten vor dem Start enden.

Der Ablauf

Dauer Was
4 bis 5 Minuten lockeres Traben oder zügiges Gehen
3 Minuten Kreisen von Armen, Hüfte, Sprunggelenken
2 Minuten Ausfallschritte, Kniehebeläufe, ein paar Hampelmänner
1 Minute zwei, drei kurze Antritte über je zwanzig Meter

Kein statisches Dehnen vor der Belastung — es bringt hier nichts und kann die Spannung kurzzeitig sogar senken.

Bei Hindernisläufen kommen zwei Dinge dazu: ein paar Liegestütze und, wenn eine Stange greifbar ist, zwanzig Sekunden hängen. Das weckt Griff und Schultern.

Warm bleiben bis zum Start

Das ist der Teil, den die meisten auslassen.

  • Eine alte Jacke oder ein Müllsack über der Startkleidung, bis es losgeht. Viele Veranstalter sammeln Wegwerfkleidung im Startbereich ein.
  • Mütze auf. Über den Kopf geht die meiste Wärme verloren.
  • Nicht stehen bleiben. Auf der Stelle treten, Gewicht verlagern, Schultern kreisen.
  • Weiter hinten aufstellen, wenn die Wartezeit lang ist — vorne steht man länger.

Wenn es sehr kalt ist

Unter fünf Grad verschiebt sich die Rechnung: Dann ist ein längeres, ruhigeres Aufwärmen sinnvoll, aber in wärmender Kleidung, die du erst kurz vor dem Start ablegst.

Und die erste Viertelstunde des Events wird bewusst langsam angegangen. Kalte Muskulatur, die sofort gefordert wird, ist die häufigste Ursache für Zerrungen (Tempo auf den ersten Kilometern halten).

Bei sehr langen Distanzen

Vor einem Hundert-Kilometer-Marsch braucht es kein Warm-up. Dort ist die erste Stunde das Warm-up, und jede Minute Energie, die du vorher verbrauchst, fehlt später.

Ein paar Minuten Gehen und Gelenke kreisen reichen vollständig.

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